Peter Becker teilt das Schicksal vieler phantastischer Maler, die von anmaßender Kritik als zu verspielt und von Kollegen unter der Hand als zu literarisch oder gar elitär gescholten werden. Sein Werk ist ungewöhnlich vielgestaltig, umfasst neben Malerei und Druckgrafik auch Märchenillustrationen, Kartenspiele sowie Texte - Kinderbücher und Autobiografisches …

Ein Märchenerzähler aus Passion? Lassen wir uns da nicht täuschen. Was in den Zeichnungen des im Zeichen des Mondes geborenen Peter Becker emporsteigt, sind Traumversionen, die sich gleich römischen Aquädukten auf Fundamente der Wirklichkeit gründen. Weltflucht gerät unvermittelt zu Weltfindung.

Der grafische Kosmos des Peter Becker ist bevölkert von dunklen Nachtmahren, Feen und scheuen Meerwesen. Wir stoßen auf das wiederkehrende Motiv des Stadtsees, über den die Erwählte heimgeführt wird - im Hintergrund die als kostbare Blütenkaskaden aufsprießenden Hochhäuser. Aber die Drachen begegnen uns eher als bedrohte Fabelgeschöpfe, letzte Vertreter ihrer Art, die sich trotzig Feuer speiend dem Umstand widersetzen, dass neue Zeit sie für überholt erachtet. Und ihr greiser ewiger Widersacher, der Drachentöter, weiß darum, dass er mit dem Erlegen des Untiers zugleich seine Bestimmung verliert und in gesichtsloser Masse verschwindet.

Anstelle einer Laudatio, Andrej Jendrusch über Peter Becker
Peter Becker verstarb im September 2017 in Berlin-Pankow